Aus Liebe zur Lokalgeschichte
Trägerverein des Meckenheimer Stadtmuseums wird 25
Eine Zeitreise durch 7000 Jahre bietet das Stadtmuseum im Herrenhaus der Burg Altendorf. Damit verglichen ist ein Vierteljahrhundert zwar nicht viel, aber doch ein Meilenstein und ein Grund zum Feiern: Der Verein Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum wird 25 Jahre alt und begeht sein Jubiläum mit einer Sonderausstellung und einem Empfang. In dieser Zeit hat der Verein mit seinen Mitgliedern nicht nur schwierige Zeiten überstanden, wie der Vorsitzende Dieter Ohm feststellt, sondern es tatsächlich geschafft, ein Stadtmuseum zu etablieren, das in Meckenheim und der Region bekannt ist und viele Besucherinnen und Besucher anzieht.
Am 26. April 2001 trafen sich historisch interessierte Bürgerinnen und Bürger mit der damaligen Bürgermeisterin Dr. Yvonne Kempen zur Gründungsversammlung. Ihr Ziel: die Meckenheimer Stadtgeschichte zu würdigen, zu dokumentieren, ihre Zeugnisse zu erhalten und für alle zugänglich zu machen. Was am Ende dabei herauskam, kann sich sehen lassen. Das Stadtmuseum im Herrenhaus der Burg Altendorf an der Burgstraße 5 ist ein Schmuckstück, präsentiert Lokalhistorie von der Frühzeit bis zur Gegenwart und bietet darüber hinaus Platz für Kunstausstellungen und Vorträge zu Geschichte, Kunst und Kultur. Es wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben, hat an fast jedem Sonntag im Jahr geöffnet und erwartet in diesen Tagen den zehntausendsten Besucher oder die zehntausendste Besucherin.
Erster Standort des Museums war aber nicht das historische Gebäude in Altendorf, sondern ein von der Stadt gemietetes Haus in der Bahnhofstraße, in dem der Museumsbetrieb am 2. Februar 2002 startete. Der Trägerverein war sehr rege und stellte ein vielfältiges Programm auf die Beine – aber 2004 musste das Domizil aus Brandschutzgründen aufgegeben werden. Nun begann eine unruhige Zeit für den Verein, der zeitweise kurz vor der Auflösung stand. Wo sollte das Meckenheimer Stadtmuseum seinen Platz finden? Es gründete sich zusätzlich eine Bürgerinitiative zu diesem Thema; diskutiert wurden zahlreiche Standorte von der (inzwischen längst abgerissenen) alten Post an der Bahnhofstraße über das ehemalige EMM-Gebäude am Neuen Markt und eine Gewerbehalle in der Altstadt bis hin zur Oberen Mühle.
Obwohl es in dieser Phase kein Stadtmuseum gab, war der Verein weiter aktiv, organisierte Ausstellungen und Vorträge an anderen Orten wie dem Caritas-Haus sowie Exkursionen und Führungen. 2008 lud er erstmals zum „Historischen Gastmahl“ ein, inzwischen ein Klassiker im Programm und jedes Jahr im November ein großer Erfolg. Für einige der Ausstellungen nutzte er das Herrenhaus in Altendorf, das im Besitz der Stadt ist, und daraus entwickelte sich die Idee, daraus eine Dauerlösung zu machen. Ende 2011 stimmt der Kulturausschuss, im März 2012 dann der Rat der Stadt Meckenheim zu, und acht Tage später unterzeichneten der damalige Vorsitzende Dr. Jörg Köpke und Bürgermeister Bert Spilles den Pachtvertrag.
Das Herrenhaus gehört weiterhin der Stadt, die dort auch Trauungen anbietet. Der Verein Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum darf es kostenlos nutzen, hat sich aber verpflichtet, bei Bedarf Platz für Veranstaltungen zu schaffen. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert mit seinen eher kleinen Räumen bietet keinen Platz für sperrige Ausstellungsstücke wie etwa Pflüge oder ganze Zimmereinrichtungen, wie man sie in manchem Heimatmuseum findet. Stattdessen wird die Geschichte Meckenheims von der ersten Besiedlung bis in die Gegenwart – nach Schwerpunkten gegliedert – anschaulich auf Bild- und Texttafeln dargestellt und mit kleineren Exponaten illustriert. Einige sind Leihgaben des Landschaftsverbands Rheinland, andere stammen aus Privatbesitz oder gehören dem Verein. Die Sammlung wächst stetig weiter. Derzeit sichtet der Verein gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern den Nachlass des Meckenheimer Fotografen Leo Schevardo.
Der Verein hat insgesamt fünf Bücher zur Stadtgeschichte und mehrere Broschüren zu historischen Themen herausgegeben. 2024 wurde er mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbands ausgezeichnet. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt Dieter Ohm, seit 2017 Vorsitzender. „Die Auszeichnung gilt allen, die derzeit ehrenamtlich in unserem Verein mitarbeiten, aber sie würdigt auch das Engagement unserer Vorgängerinnen und Vorgänger.“ Neben der Dauerausstellung sind weiter regelmäßig Kunstausstellungen zu sehen, und das Vortragsprogramm umspannt Historisches ebenso wie Literatur und Sprache bis hin zu Kunsthandwerk. Außerdem arbeitet der Verein eng mit dem Bürgerverein, dem Heimatverein, dem Verein Pro Obere Mühle, dem Förderverein der Meckenheimer Bücherei „LeseZeichen“, dem Forum Senioren und dem Freundeskreis Römerkanal Rheinbach zusammen.
Sonderausstellung
zum Jubiläum
Der Gründung und dem Werdegang des Trägervereins und somit auch des Stadtmuseums ist eine Sonderausstellung gewidmet, die am Sonntag, 12. April 2026, um 11 Uhr eröffnet wird. Interessierte sind willkommen. Die Ausstellung, zu der eine detaillierte Chronik gehört, bleibt bis einschließlich 17. Mai jeweils sonntags zwischen 11 und 17 Uhr zu sehen. Sie informiert plakativ über den Werdegang und das Wirken des Vereins anhand von vier unterschiedlichen Phasen von der Gründung bis zur vorgeschlagenen Auflösung (2001 bis 2007), der Suche nach einem Konzept und einem neuen Standort (2008 bis 2012), vom Neustart und der Konsolidierungsphase (2013 bis 2019) sowie zur erfolgreichen Arbeit trotz der Corona-Pandemie (2020 bis 2026). Darüber hinaus werden die bisherigen Veröffentlichungen des Vereins präsentiert und es gibt Informationen über einzelne Arbeiten sowie Vorhaben des Vereins.