Kunstausstellung im Herrenhaus Altendorf, 21.8.22 – 20.11.22
Lehnertz Plakat 20220802 0001

Einladung zur Ausstellung 

Weitere Informationen in der Einladung

Die Arbeit mit Papieren, Verpackungen, unterschiedlichen Materialien und Farben impliziert bereits auch das Arbeiten in Schichten

Es wäre zwar auch das Setzen der Materialien nebeneinander denkbar, aber im künstlerischen Prozess des Experimentierens erscheint dies eher unrealistisch und einengend.
Die Motivation der Entwicklung mehrerer Schichten ist gerade die spannende Entwicklung einer Arbeit (einem Maler geht es meistens nicht anders). 

Hier gehe ich unterschiedlich und nie einheitlich vor. Mal beginne ich mit der malerischen Grundlage einer Leinwand. Dann wieder beklebe ich zuerst die Leinwand oder die Verpackung, auf der ich arbeite, zuerst mit Papieren. Selbst wenn ich bereits eine Idee des fertigen Bildes habe, wird das Ergebnis endgültig immer doch ganz anders. 

Auf eine geklebte Papierfläche wird mit unterschiedlichen Farben gemalt (Acryl, Tusche, Lackstiften, Buntstiften, Aquarell), gezeichnet, geschrieben, später möglicherweise erneut geklebt und wieder gemalt. Schichten entstehen. Ursprüngliche Inhalte werden überdeckt, wieder aufgerissen, verwischt, überarbeitet. Dabei entwickelt sich auch zunehmend die Bildidee, das Ziel immer wieder neu. Manchmal ist das scheinbar fertige Bild nur die Unterbrechung des Schichtungsprozesses, denn eine weitere Überarbeitung wäre durchaus immer wieder denkbar. 

In diesem experimentellen Prozess entsteht neben der technischen Auseinandersetzung, dem Machen auch eine inhaltliche Vielschichtigkeit. Denn immer wieder verrückt auch der Inhalt, die thematische Darstellung, die Gegenständlichkeit, die Abstraktion, denn Veränderung als Prozess bestimmt das Bildergebnis. 

Manchmal entsteht etwas nahezu Realistisches, ein Stuhl, auf dem kleine Gegenstände liegen, ein Stillleben. Dann wiederum bleibt die Abstraktion, die nur vage Interpretationsansätze möglich macht. Und selbst bei völliger scheinbarer Unklarheit und abstrakter Bildinhalte scheinen immer wieder Schichten hindurch, die Konkretes zeigen können. Der ständige Wechsel zwischen realen und abstrakten Inhalten, das stete Entdecken verborgener und sichtbarer Schichten machen die Arbeiten ebenso vielschichtig und besonders. 

Betrachtend begibt man sich auf eine Entdeckungsreise, die Verborgenes belassen und ebenso aufdecken kann. 

Die manchmal letzte Schicht besteht zu Teilen aus Schriften und Schriftfragmenten. Gerne beschreibe ich die Arbeiten mit wirklichen Gedanken und spontanen Texten. Jedoch sollen sie unlesbar bleiben und gerade das Geheimnisvolle sowie die Vielschichtigkeit erlauben und belassen. Neugierig sein auf einen Schriftzug passt zu der Neugier der Kombination aller Farb- und Papierfragmente. Sie teilweise als erkennbar einordnen zu können und doch wieder aufgeben zu müssen, ist Teil und Ziel der Arbeit. Ähnlich sind Worte in den Schriftfragmenten erkennbar und doch der Inhalt der Texte nicht konkret verknüpfbar. Spannung und Vielschichtigkeit stecken im Herstellungsprozess und bleiben der endgültigen Arbeit erhalten